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Beste Unternehmensnachfolgeregelung 2015 (BVMW)

Eintrag vom 13.05.2015

Herr Kruse gibt den Lappen ab

Maren Beneke und STEFAN LAKEBAND 13.05.2015
 
Zwei Generationen, zwei Chefs: Florian Kruse (rechts) übernimmt die Firma seines Vaters Wolfgang. (Christina Kuhaupt)
Zwei Generationen, zwei Chefs: Florian Kruse (rechts) übernimmt
die Firma seines Vaters Wolfgang. (Christina Kuhaupt)
 

Die Rollen sind klar verteilt. Noch. Florian Kruse hockt am Schreibtisch in der alten Abstellkammer. Sein Vater Wolfgang sitzt eine Tür weiter im Chefbüro. Großer Schreibtisch, Aktenschränke, ein kleiner Tisch für Besprechungen. Bald aber wollen die Kruses mit ihren Büros umziehen und Wolfgang Kruse will loslassen. Vom Büroleben, von der Arbeit, vom Chefsein.

Sein Sohn Florian wird ihn ablösen. Dabei hatte 32-Jährige eigentlich nie vor, in die Gebäudereinigungs-Firma seines Vaters einzusteigen. Deswegen war er einen anderen Weg gegangen. Ausbildung zum Mechatroniker, Studium zum Wirtschaftsingenieur. „Ich wollte mich nie auf den Lorbeeren meiner Eltern ausruhen“, sagt der Junior. Deswegen hat er knapp sieben Jahre bei einer anderen Firma gearbeitet. Als bei seinem Arbeitgeber umstrukturiert wurde, dachte Florian Kurse über einen Einstieg beim Vater nach.

Die Firma W. Kruse wurde 1981 als kleiner Familienbetrieb in Bremen gegründet. „Die Anfangsjahre waren hart und schwierig“, erinnert sich der 61-jährige Gründer. Heute ist aus W. Kruse ein Mittelständler für Gebäude-Dienstleistungen geworden. 200 Angestellte putzen Büros im Umkreis von Bremen, säubern Scheiben und befreien Küchen-Abluftanlagen von Fett.

Seit April 2013 ist Florian Kruse in die Geschäftsführung aufgestiegen. Er guckt seinem Vater über die Schulter und trifft auch eigene Entscheidungen. „Wir versuchen, den Weg in der Mitte zu finden“, sagt der Senior. Mehr als 30 Jahre war er alleiniger Chef. Nun muss er sich umgewöhnen. „Die Entscheidungen vom Sohnemann sind jetzt genauso wichtig wie meine“, sagt er. Die Betriebsübergabe ist daher ein schleichender Prozess. Nichts überstürzen. Deswegen gibt es auch kein festes Datum, an dem sich Vater Wolfgang endgültig zurückziehen will.

Auch für diesen sanften Übergang haben die Kruses nun den Preis für die beste Unternehmensnachfolgeregelung erhalten, vergeben vom Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) in der Region Bremen/Oldenburg/Nordwesten.

BVMW-Regionalleiter Detlef Blome würdigte W. Kruse bei der Preisverleihung am Dienstagabend als „sehr solides Unternehmen“. Gut 50 Gäste waren in die Niederlassung des Bankhauses Neelmeyer in der Langenstraße gekommen, um mit Florian Kruse, der den Preis auch stellvertretend für seinen Vater entgegennahm, zu feiern. „Unternehmensnachfolge ist als Thema in Deutschland weit verbreitet“, sagte Niels Ackermann, Leiter Firmenkunden bei Neelmeyer. „Für eine funktionierende Nachfolge gibt es aber keine Musterlösung.“

Ähnlich sieht das auch Wolfgang Kruse. Schaut er auf seine Firma, möchte er nicht von einem „Patentrezept“ für die Übergabe sprechen. Aber wie es nicht funktioniert, hat er oft genug bei anderen Familienbetrieben gesehen. „Viele geben das Unternehmen von einem Tag auf den anderen ab“, sagt er. Doch so eine Übergabe müsse man sorgsam begleiten. „Sonst geht es schnell, dass sich die Kunden umorientieren.“

Nicht nur der Wechsel von Vater zu Sohn muss klappen. Auch für die Kunden darf sich möglichst wenig ändern. „Für sie ist es wichtig, dass alles so weiterläuft wie bisher“, sagt der Firmenchef. Deswegen wächst auch Sohn Florian langsam ins Geschäft mit den Altkunden hinein. Neukunden wirbt er selbst. Dabei will er aber nicht so sein wie sein Vater, er will seinen eigenen Stil finden. „Sonst würde ich stürzen.“

Auch über diesen Fall haben Vater und Sohn schon gesprochen. Falls der Sohn scheitern sollte oder doch wieder aussteigen will. „Wir haben immer gesagt: Das ist eine Herausforderung, in die ich hineinwachsen muss“, sagt Florian Kruse. Für den Vater wäre es schon schön, wenn der Sohn die Firma weiter aufbauen würde. Doch eine Pflicht sei das nicht, sagt der Senior: „Es gibt immer noch die Möglichkeit, die Firma zu verkaufen.“

Bis jetzt fühlen sich Florian und Wolfgang Kruse wohl in ihren Rollen. Der Sohn übernimmt langsam die Geschäfte, der Vater freut sich schon ein bisschen auf den Ruhestand: „Irgendwann gehe ich nur noch ins Büro, um meine Post abzuholen und Kaffee zu trinken

Quelle : http://www.weser-kurier.de/startseite_artikel,-Herr-Kruse-gibt-den-Lappen-ab-_arid,1122718.html [13.05.2015]


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